Kangaroo Island (9.5.08)

Nach einer erholsamen Nacht klingelte der Wecker um 6.50 Uhr. Nach dem Fruehstueck und dem Abwasch fuhren wir um 8h ab. Das Ziel waren die Remarkable Rocks resp. eigentlich vor all den anderen Bussen dort zu sein. :-)
Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch die grosse Wald-Flaeche, welche im letzten Dezember abgebrannt war.
Schon die Aborigines wussten, dass ein Brand der beste Schutz vor einem neuen Brand ist, weshalb sie immer wieder kleinere Flaechen kontrolliert abbrannten. Sie hatten dies im Griff, jedoch die Leute auf Kangaroo Island nicht. Deshalb beschlossen sie nach einigen ausser Kontrolle geratennen Braenden eben keine mehr zu legen. Aus diesem Grund war also der ganze Nationalpark-Wald nicht mehr geschuetzt und es brannten halt riesige Flaechen ab. Zumindest scheint es so, als haetten sie jetzt daraus gelernt und sie wuerden versuchen, wieder jeweils kleinere Braende zu legen.
Als wir bei den Remarkable Rocks ankamen, waren wir zwar der erste Bus, aber  es waren trotzdem schon zwei Leute dort. Zum Glueck gingen diese aber gerade und so hatten wir die wirklich aussergewoehnlichen Felsen fuer uns. Waehrend
etwa einer Stunde bestiegen und unterkletterten wir die Felsen und machten nach Anleitung von Peter sehr coole Fotos.
Als dann die ersten grossen Busse ankamen, hatten wir genuegend "gespielt" und fuhren weiter zum Leuchtturm resp. zuerst dorthin, wo die Leuchtturm-Warter alle 3 Monate (!) mit Essen versorgt wurden. Es gab einen Flaschenzug zum Meer hinunter, welcher "flying fox", also fliegender Fuchs genannt wurde.
Beim Leuchtturm veranstallten wir dann ein Rennen mit Peter. Wir sollten zur ersten Aussichtsplattform gehen, waehrend er den Bus etwas weiter unten parkierte und dann zu um gleichen Ort hinauf zu rennen kam. Da der Lookout leider nicht gut markiert war, gingen wir zu weit und mussten dann wieder hinauf eilen, was dann aber zu spaet war. Haetten wir besser aufgepasst, dann waeren wir locker vor ihm dort gewesen. Naja, egal, auf jeden Fall hatten wir etwas fuer unsere Fitness getan.
Vom Aussichtspunkt aus konnte man braune Flecken auf den Felsen sehen. Dies waren nun die Neuseelaendischen Seeloewen. Diese haben im Gegensatz zu den Australischen, welchen wir gestern gesehen hatten, ein viel dichteres Fell. Ausserdem stanken sie viel staerker, was wir dann merkten, wenn wir naeher herangingen.
Da Seeloewen an Land ja nicht wirklich sehr geschickt aussehen, 
glauben viele Leute nicht, dass sie ausgesprochen gute Kletterer sind. Die meisten glauben, dass die Tiere den eifachen, flachen Weg nehmen, aber wie ich mit eigenen Augen gesehen habe, koennen sie wirklich relativ locker die steilen Waende hinaufklettern. Wenn man dann ein Skelett betrachtet, sieht man, dass sie sehr viel Aehnlichkeit mit Hunden haben, mit denen sie auch sehr nahe verwandt sind. Es gibt ja auch die Hundsrobben und wir sagen oft auch Seehunde zu Seeloewen und anderen Robben-Arten. Die Seeloewen haben also richtige Beine und auch Haende, was sie eigentlich ganz geschickt macht! Und suess sind sie sowieso!...
Bei den Neuseelaendischen Seeloewen konnte man auch noch etwas anderes bestaunen: Admiral's Arch. Dies ist eine wunderschoene Unterhoehlung der Felsen, welche eben einen wunderschoenen Bogen formt.
Das naechste Ziel war das Flinders Chase Visitor Centre, wo wir nach einer kurzen Betrachtung Zmittag assen. Peter hatte Gemuese mit Chicken gekocht und wir konnten uns damit plus Salat Wraps machen. Mmh, war das fein!

Am Nachmittag stand dann eine Wanderung zur Snake Lagoon auf dem Programm. Wir folgten eine kleinen Fluss bis zur Muendung und versuchten auf dem Weg dorthin ein Schnabeltier zu entdecken. Immer wieder nervten wir auch Peter, indem wir sagten, er sei ein schlechter Guide, weil er uns noch kein Schnabeltier gezeigt hatte. Dafuer half er uns dann spaeter, dem Platypus Sanctuary anzurufen, von welchem wir beim gestrigen Koala-Walk einen Flyer gesehen hatten. Er war eben der einzige, der auf kangaroo Island Empfang hatte und wir wollten doch unbedingt ein Schnabeltier sehen!

Bei der Snake Lagoon angekommen, wurden natuerlich wieder viele Fotos gemacht. Das Wasser des Flusses war wie hier so oft braun gefarbt, was sehr schoen aussah. Die braune Farbe kommt von den Tanninen, welche durch aufgeloeste Blaetter ins Wasser kommen. Auf dem Rueckweg suchten wir dann erneut nach Schnabeltieren, aber leider noch immer erfolglos.

Als naechstes fuhren wir zum Handsom Bay, einem wirklich sehr schoenen Strand. Leider war das Wasser (wie erwartet) viel zu kalt zum schwimmen, weshalb wir bald wieder abzogen. Auf der Fahrt nach Kingscote, dem Hauptort von Kangaroo Island, musste Peter erneut eine Vollbremse machen, da wir wieder eine Echidna sahen. Leider hatte sie sich schon zusammengekugelt als wir bei ihr ankamen.

Um 17h kamen wir in Kingscote an gerade richtig fuer die Pelikan-Fuetterung. Die "unwissenden" Leute standen "bloed" herum und Peter sagte zu uns, dass jene ihre Zeit vergeudeten und wir sollen ihm einfach folgen sollten, damit wir uns die besten Plaetze erobern konnten. Uns so ging er einfach cool an den Leuten vorbei und wir setzten uns in die erste Reihe der Stein-Treppe. So hatten wir also freie Sicht auf die Pelikane, welche uns fasst auf die Beine sassen. Erneut gab es haufenweise gute Sujets fuer super Fotos.

Einer der Pelikane hatte einen Fischer-Haken im Fell, weshalb ihn der Pelikan-Mann fangen musste. Dies war spannend anzusehen und musste natuerlich auch fotografisch festgehalten werden.

Danach ging es kurzerhand nach Penshaw zurueck, das ist der Ort, von welchem die faehre wieder zum Festland zurueck faehrt. Peter lud uns dort aus, damit wir uns etwas zum Abendessen besorgen konnten und organisiert uns die Tickets. Da er ebenfalls auf die selbe Faehre wollte, wurde es fast ein wenig hetisch, aber wir kamen in einem Pub doch noch zu unserem Essen. Ich hatte mal wieder Fish ad Chips, konnte aber vom riesigen Poulet-Schnitzel von Stephanie plus den Country-Fries von Jessica und Sonal probieren, so dass ich danach wirklich voll war.

Da wir etwas spaet dran waren, konnten wir nur kurze Blicke von den kleinen, suessen Pinguinen erhaschen und mussten dann noch das letzte Stueck zur Faehre spurten. Die Faehre fuhr zwar erst in einer halben Stunde, aber wir hatten um 19h mit Peter abgemacht, so dass er uns unsere Tickets geben kann. Wir packten dann unsere Siebensachen und bestiegen die Faehre.

Obwohl wir keine Schnabeltiere gesehen hatten, durften wir zwei super Tage verbringen, was wir vor allem Peter zu verdanken hatten. Er steckte uns mit seiner Energie richtig an und wir konnten sehr viel sehen, was andere nicht zu sehen bekommen. Erstaunlicherweise konnte auch die bereits aeltere Mutter von Todd in allem mithalten, nur Sandboarden kam sie nicht. Aber sonst muss man sagen, dass sie noch einiges drauf hat und wir wirklich Glueck hatten, so eine kleine Gruppe zu sein! Auf alle faelle hatten wir Peter eine Flasche Wein gekauft, welche wir ihm auf der Faehre ueberreichten. Er ging eben mit seiner Freundin Julia auf dem Festland irgendwo zelten und konnte sie dann also mit ihr zusammen trinken. Wir lernten Julia auf der faehre ebenfalls kennen und sie arbeitet anscheinend als "Koale-Jaegerin". Sie fangen die Tiere, um sie zu kastrieren, da sie sich sonst so extrem ausbreiten wuerden, dass sie dann eben wieder zu wenig Futter haetten. Auf Kangaroo island haben die einheimischen Tiere eben ueberhaut keine Feinde, da keine eingefuehrten Tiere (wie Katzen, Hunde resp. Dingos oder Hasen) vorhanden sind.

Auf dem festland hiess es dann wieder 2h zurueck nach Adelaide fahren resp. etwas laenger, da dort halt wieder bei allen Hostels und Hotels angehalten wurde. Um 23h waren wir dann endlich in unserem Zuhause.

Eigentlich hatte Angela vor unsere Abfahrt gesagt, dass sie am Freitag mit uns in den Ausgang gehen wolle, aber als wir zurueck kamen, war sie bereits im bett. Sie fuehlte sich nicht gut und musste am Samstag um 4h aufstehen, um ihren Flug zu kriegen. Deshalb wollte sie jetzt doch keine freinacht machen und wir gingen alle ins Bett.

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