Angetrunken oder einfach zu viel Stickstoff?! (12.7.08)

An unserem bereits letzten Morgen auf dem Schiff mussten wir um 6h aufstehen. Es stand unser Tief-Tauchgang auf dem Programm, also bis mindestes auf 21m runter. Das Ziel war aber 28m, da dort drei Lionfishs (Feuerfische) "wohnten". Falls aber jemand vorher bereits Anzeichen einer Stickstoff-Narkose zeigt, wuerden wir nicht tiefer runter gehen. Die Stickstoff-Narkose ist ein Rausch-Zustand, der entsteht wenn man in groesserer Tiefe mehr geloster Stickstoff im Blut hat. Man fuehlt sich also etwa so wie wenn man angetrunken ist und findet alles etwas lustiger als es eigentlich ist. Aus diesem Grund wir die Stickstoff-Narkose auch haeufig als "Tiefenrausch" bezeichnet.

Wir kamen ohne Probleme bis zu den Feuerfischen runter und konnten sogar zuerst ein paar Fotos von ihnen machen. Dann mussten wir aber noch den Narkose-Test machen. Dieser bestand darin, die 13 Nummernfelder auf der Schreib-Platte der Reihe nach zu beruehren, aber jeweils nach jeder Nummer noch den Nasenspitz zu beruehren. Dies war also eine Hand-Augen-Koordinations-Aufgabe. Jener Test hatten wir gestern bereits im Boot und im "nuechternen" Zustand gemacht und nun hiess es, die beiden Zeiten zu vergleichen. Gestern hatte ich 12s gebraucht und heute waren es 14s, also gar nicht so schlecht, wuerde ich meinen!

Da man in groesserer Tiefe viel schwerer atmet, verbraucht man die Luft viel schneller und hat somit viel kuerzere Bodenzeiten. Man merkt zwar nichts beim Atmen, aber die Luftanzeige neigt sich viel schneller dem Null resp. 50 Bar zu. Aus diesem Grund waren wir also bald wieder zurueck und es war Zeit fuer das Fruehstueck.

nach dem Essen arbeiteten wir gemeinsam die Adventure Diving Kapitel ueber "Unterwasser-Fotographie" und "Naturalist" durch, da dies die Thema fuer unseren naechsten Tauchgang war. Da wir so tief hinunter gegangen waren, mussten wir mindestens 2h warten bis wir wieder ins Wasser durften. Aus diesem Grund hatten wir nun nur noch diesen einen Tauchgang, waehrend die anderen (die Erfahrenen und alle PADIs, welche den Adventure nicht machten) bereits kurz nach dem Fruehstuekc wieder tauchen gingen und danach nochmals Zeit fuer einen zweiten (resp. dritten) Tauchgang hatten.

Um 10.30 war es dann aber auch Zeit fuer uns und es hiess "Fotos machen". Wir waren nur noch in sehr wenig tiefem Wasser und machten uns dort aber auf die Suche nach dem echten Nemo, also genau der Clownfish-Art, zu welche Nemo dazu gehoert. Wir fanden dann auch ein paar herzige Nemos und konnten nun auch endlich Fotos davon machen. Da ich aber nur eine Film-Unterwasserkamera hatte, weiss ich leider bis heute noch nicht, ob die Fotos gut wurden. Ich hoffe einfach, dass es auch ein paar gute darunter hat!...

Etwa um 12h gab es dann Mittagessen und danach ging es zurueck nach Cairns. Die Rueckfahrt dauerte etwa 3h volle Stunden und ich machte es mir nun auf dem oberen Deck gemuetlich. Da wir nun mit dem Wind fuhren, war es nicht mehr ganz so wacklig wie auf der Hinfahrt. Ausserdem war es nun relativ sonnig und nicht mehr ganz so bewoelkt wie waehrend den letzten zwei Tagen. Es war wie als wenn sich das Great Berrier Reef noch mit dem schoenen Wetter von uns verabschieden wollte!...

Ca. um 15.30 Uhr waren wir wieder beim Hafenund kurz darauf beim ProDive-Shop. Wir fassten wieder all unser Gepack und Jay und Sandra brachten die Leute wieder zu ihren Unterkuenften. Da ich ja bei Jay uebernachtete, musste ich warten bis alle Leute abgeladen waren und dann mussten wir noch den Bus zum Trainingszentrum zurueck bringen. Da wir beide etwas hungrig waren, fuhr er noch zum McDrive und wir bestellten uns je ein Menu. Endlich in seiner Wohnung angekommen, lernte ich die Freundin seines Mitbewohners kennen. Danach versuchte ich nochmals, Qantas zu erreichen. Dieses Mal wollte ich wirklich warten bis jemand abnahm und dies dauerte (glaub es oder nicht) ueber 45min. Als sich dann tatsaechlich eine Stimme meldete und nicht mehr das Band lief, welches ich mittlerweile in- und auswendig kam, war ich sehr ueberrascht. Mit dem Flug sei alles ok, vom Extra-Tauchgepaeck wollte der liebe Herr aber leider nichts wissen. Ich muesse es morgen beim Einchecken mit einem Ausdruck beweisen, wenn ich Ansrpuch darauf haben moechte. Er wisse aber, dass auf der Homepage nichts dergleichen steht. Da ich wahrschienlich keine Moeglichkeit mehr hatte, aufs Internet zu kommen, musste ich es halt darauf ankommen lassen.

da alles so lange gedauert hatte, hatte ich nun nur knappe 45min, um zu versuchen, zu etwas Schlaf zu kommen. Obwohl ich extrem muede war, (oder ev. gerade deswegen,) konnte ich nicht einschlafen. Es schaukelte immer noch alles wie auf dem Boot und sobald ich die Augen zumachte, sah ich Wasser und Taucher und so. Ich konnte also ueberhaupt nicht abschalten und war irgendwie immer noch im Wasser.

Eigentlich hatten wir gesagt, dass wir etwa um 19.30 Uhr losgingen, aber es wurde dann 19.45 Uhr bis wir uns ein Taxi bestellten. Anstatt um 20h waren wir dann erst etwa um 20.15 beim "Rattle and Hum". Alle Teilnehmer vom Boot waren bereits seit einiger Zeit dort, von der Crew war Jay aber der erste. Anscheinend war noch ein wichtiges (Football-?)Spiel, welches die Jungs noch schauen mussten.

ich hatte mir eine Lachs-Pizza bestellt, was sich aber im Nachhinein als nicht so schlau herausstellte. Die Pizza war zwar gut, aber ich musste fast eine Stunde darauf warten. Allen, die eine Pizza bestellt hatten, ging es zumindest gleich, aber ich war halt die letzte gewesen, die bestellt hatte. Naja, ich bin auf jeden Fall nicht verhungert!

Etwas spaeter verschoben sich dann die meisten ins P.J.s, dem irishen Pub. Dort hatte es zur freude der Maenner ein paar Tanz-girls, aber es wurden dann auch ein paar Tanz-Wettbewerbe fuer maennliche und weibliche gaeste veranstaltet. man konnte sich also melden und auf der Buehne zu einem Song tanzen und hoffen, dass dies die anderen gaeste gut finden. Ein girl hatte es wirklich im Griff, aber all die anderen (vielen!) Maenner und frauen waren wohl eher peinlich als etwas anderes. Ein Junge (ich muss es so sagen) liess sogar seine Hosen runter und noetigte uns, seine farbigen, engen Unterhosen zu sehen, waehrend er dann sogar umkippte. Naja, dieser Typ hatte definitiv viel zu viel Alkohl gehabt!

Wir machten uns lustig ueber das Gesehene und tanzten lieber auf dem Boden. dabei machte sich dann Dirk, der deutsche Koch, an mich ran, aber ich blockte ab. Ich moechte hier, am anderen Ende der Welt, definitiv nichts anfangen, vor allem nicht, wenn ich am naechsten Tag abreise. Und alle, die mich kennen, wissen ja auch, dass ich nicht der Typ fuer einen One-Night-Stand bin.

Als sich dann nach 2h die meisten auf den Heimweg machten, konnte ich leider Jay nirgends mehr finden. Ich suchte noch eine Weile herum und versuchte, ihn anzuruefen, aber er nahm nicht ab. Wahrscheinlich hoerte er das Telefon nicht. Da ich nicht laenger alleine herumstehen wollte, bestellte ich mir kurz nach 2.30 ein Taxi. Er hatte mir die Adresse genau aufgeschrieben und mir einen Schluessel fuer seine Wohnung gegeben. So war dies also kein Problem, auch wenn ich mir gerne die 19$ fuer den Weg gespaart haette. Dies war eigentlich auch der Grund gewesen, weshalb ich trotz extremer Muedigkeit so lange geblieben war. Nun hatte ich aber definitiv genug und ich fiel dann um 3.15 erschoepft ins Bett.

 

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