
Goodbye Down Under (20.7.08)
Da ich bis um 10h ausgecheckt haben musste, musste ich mich um 9h aus dem Bett zwingen. Zumindest bekam ich vom Hostel einen Daypass, mit welchem ich noch bis um 13h alle Anlagen benutzen durfte. Ich suennelte deshalb bis um 12h beim Pool und ass dann ein Sandwich zum Zmittag. Danach zog ich mich um und ging noch zum Shop, um eine Aussie-CD zu kaufen.
Um 13.15 hr wartete ich dann beim Transit Centre auf den Shuttle-Bus zum Flughafen. Auf der (wegen diversen Pickups) sehr langen Fahrt dorthin lauschte ich einem Gespraech von einer nun in Perth wohnhaften Franzoesin und einer anderen Frau, wahrscheinlich einer Englaenderin. Die Franzoesin erzaehlte sehr interessante Dinge ueber Aborigines, welche sie von George, eben einem Aborigines, erfahren hatte. Er sagte z.B., dass die Aborigines frueher erst starben, nachdem sie bereits blind geworden sind. Heute sterben sie noch mit gutem Augenlicht. Dies zeigt uns zum einen, dass die Aborigines kein Alter in Jahren kennen, sie also nicht wissen, wie alt genau sie sind, da dies ja nicht lebenswichtig und deshalb unbedeutend ist. George spricht aber ein entscheidendes Problem der Aborigines in der heutigen Zeit an und zwar das fruehere Sterben wegen Krankheiten und so. Sie sind sich halt unser Essen nicht gewohnt und wir wissen ja selbst, dass Fastfood nicht gesund ist. Auf jeden Fall leiden nun Aborigines an Diabetes und anderen Krankheiten, welche sie frueher nie gekannt hatten.
Etwas anderes, das George anscheinend sagte, fand ich noch viel interessanter: Aborigines sagen normalerweise "we belong to the land" (sie gehoeren zum Land resp. zur Erde, sind also ein Teil davon), waehrend wir zu sagen pflegen, dass "the land belongs to us" (das Land gehoert uns)!... Dies ist ein kleiner, aber sehr entscheidender Unterschied! Aborigines nehmen nur was sie tatsaechlich brauchen und verwenden dies dann ganz. Sie nehmen die Natur also nicht aus und produzieren auch keine Berge von Abfaellen, was wir leider nicht von uns behaupten koennen. Dies ist sicher auch der Grund, weshalb sie ueber 50 Mio. Jahre ueberleben konnten, voellig im Einklang mit der Natur. Ich denke nicht, dass wir mit unserem Lebensstil die Erde noch so lange ueberleben lassen werden!...
Kurz nach 14h kam ich dann beim Flughafen an und hatte ziemlichen Bammel vor dem Check in. Ich stopfte meine Handtasche in die Tauchertasche und versuchte jene moeglichst zu verstecken, so dass die Dame nicht auf die Idee kam, jene waegen zu wollen. Ich gab mir auch alle Muehe, die Tasche leicht aussehen zu lassen, obwohl sie extrem schwer war. Schliesslich hatte ich nun wirklich alle Buecher dort hinein gepackt. Es stellte sich dann aber hinaus, dass ich ruhig ein, zwei Buecher haette im Rucksack lassen koennen. Dieser war naemlich nun nur noch 17.5kg schwer. Naja, zumindest hatte sich das Ausmisten gelohnt und ich hatte mein Ziel erreicht, nicht zahlen zu muessen.
Bei der Handgepaeckkontrolle wurde meine Tauchertasche naeher inspiziert, da anscheinend die Flossen auf dem Bildschirm so extrem gefaehrlich aussahen. Es gab dann aber zum Glueck keine Probleme, aber dies war auch erst der erste Check. Fuer internationale Fluege musste ich dann nochmals durch eine Sicherheitsschleuse, wo ich dann leider meine liebe, gute Nivea-Spritzflaschen-Sonnencreme abgeben musste. Es war eine 200ml Flasche und da es noch mehr als die Haelfte drin hatte, liessen sie nicht mit sich diskutieren. Als Aufmunterung bekam ich nach der Passkontrolle aber noch 65$ gut geschrieben und zwar waren dies die 10% Mehrwertsteuer von meiner Tauchausruestung.
In der Wartehalle sprach mich dann ein netter, aelterer Herr an, welcher dann mit mir ein Interview ueber meine Reise machte. Es ging vor allem darum, wo ich ueberall gewesen war, aus welchem Grund (Ferien, Arbeit, ...) und wo ich jeweils uebernachtet hatte (Hostel, Hotel, Zelt, ...). Da dies bei mir recht kompliziert war, waren wir beim Boarding-Aufruf noch nicht ganz fertig, aber mit etwas "bschisse" ging es dann doch einigermassen auf. Zum Dankeschoen bekam ich einen kleinen, herzigen Koala.
Kurz vor 16h hoben wir ab und obwohl der Flug wieder durch Jetstar ausgefuehrt wurde, musste ich dieses Mal nicht mehr fuer s Essen bezahlen. TV gab es zwar noch immer keinen, aber ich hatte ja ein Buch und so vergingen die 4.5h relativ schnell.
Punktlich um 19h (1.5h Zeitverschiebung) kamen wir in Singapore an und dort ging alles sehr schnell. Als ich durch die Passkontrolle kam, war der Rucksack bereits auf dem Fliessband und David und Monica warteten auch bereits auf mich. Fuer jene, die meine Familie nicht (so gut) kennen: David und Monica leben in Singapore und ihre Tochter (Agnes) ist mit meinem Onkel (Urs) verheiratet. Iich darf nun fuer die folgenden 12 tage bei ihnen wohnen.
Um 19.30 Uhr waren wir also bereits im Auto und auf dem Weg zur Tampanies Street 45. Dort richtete ich mich im Zimmer ein und nahm dann eine Dusche. War dies shcoen, endlich wieder einmal ein eigenes Zimmer mit gemuetlichem Bett zu haben und keine Angst betreffend der besitztuemer-Sicherheit haben zu muessen!
Zum Znacht zauberte Monica dann eine feine Krevetten- und Fisch-Suppe hervor und danach wurden Plaene fuer die naechsten Tage diskutiert. Am Samstag wuerden Monica, ihre Schwester und der Mann der Schwester mit mir nach Malaysien gehen. Es sei ein Ausflug der Kirche des Paares.
Um 21.30 Uhr starteten wir dann eine Skype-Unterhaltung mit Urs, Agnes und meinen Grosseltern. Es war schoen, mich mal wieder mit ihnen unterhalten zu koennen und sie dabei auch einigermassen zu Gesicht zu bekommen. Danach fragte ich David nach Tauch-Moeglichkeiten und er sagte mir, dass er seine Freund, ein Tauch-Instruktor, fragen werde. Etwa um 23.30 Uhr ging ich dann schlafen.

