Botanischer Garten und Little India (29.7.08)

Da ich ja jetzt wieder zurück bin, muss ich mich wieder an die europäische/deutsche Tastatur gewöhnen. Ist gar nicht so leicht. Aber sonst geht es mir also gut und ich freue mich, euch alle bald wiederzusehen!

Am 29. Juli erwachte um 8h und fruehstückte gemuetlich. Um 9.30 Uhr brachten wir Monica zu Audrey und Sam's neuer Wohnung und ich konnte schnell reinschauen. Es war doch schon ein wenig eingerichtet, aber sie wuerden erst im September einziehen. Der August sei eben im chinesischen Glauben ein schlechter Monat, um umzuziehen. Als 7. Monat sei er der Geistermonat und dann würden die Seelen der Toten aus der Unterwelt auf die Erde kommen. Man dürfe dann eigentlich auch keine Feste feiern, aber Singapore wird am 9. August trotzdem im grossen Stil seinen Nationalfeiertag feiern.

Nach dem kurzen Umsehen in der Wohnung fuhr mich dann David zum Botanischen Garten. Als er mir gestern Abend sagte, er wuerde mich "hinfahren", dachte ich, er würde mich einfach zur MRT-Station fahren, aber er hatte den ganzen Weg dorthin gemeint. Ok, auch gut.

Der botanische Garten war wirklich superschön. Obwohl ich ja mittlerweile schon einige gesehen hatte, war dieser hier eine ganz spezielle Augenweide. Er war riesig und in diverse Untergärten aufgeteilt. Es gab zum einen den Ginger-Garten (ingwergewächse), wo neben den gewöhnlichen Ingwer auch Kurkuma (Safran), Kardamon und die Gwürzlilie zu sehen waren. Wenn man die knorpelige Ingwerwurzel im Kopf hat, erschrickt man fast, wenn man die schöne Blüte der eigentlichen Pflanze sieht!...

Ein weiterer spezieller Gartenteil war der "Evolution Garden". Dort wurde man durch die Entwicklungsgeschichte der Erde geführt, also vom unbelebten, vulkanischen Gestein am Anfang über die Stromatoliten (dem Anfang des Lebens), den Farnen, den Lepidodendrons (Schuppenbäume, eine ausgestorbene Pflanzengattung), den Palmfarnen (ursprüngliche Nacktsamer) bis hin zu den ersten Blütenpflanzen und den Regenwäldern.

Das unbestrittene Highlight des Botanischen Gartens in Singapore ist aber der Orchideen-Garten. Dies ist auch der einzige Garten, für den man Eintritt bezahlen muss. Als Student kostet es aber auch nur 1$, was es ganz bestimmt wert ist. In diesem Gartenteil hat es ebenfalls noch Untergärten mit speziellen Themen und Orchideengruppen und alles ist eingebettet in eine schön gestaltete Umgebung mit Brunnen, Wasser fälle und natürlich vielen Pflanzen. Es gibt einen VIP-Garten mit diversen Hybriden (Kreuzungen zwischen offiziellen Orchideen-Arten). Diese wurden dann nach berühmten Persönlichkeiten benannt, wie z.B. nach Nelson Mandela, Jacky Chan, Rick Martin und Prinzessin Diane. Letzterer wurde eine wunderschön weisse Orchidee gewidmet. 

Es hätte noch den Eco-Garden gegeben, aber jener habe ich nicht wirklich besichtigt. Ich ging zwar zum Eingang und ein wenig hinen, aber es sah nicht wirklich speziell aus. Da ich so schon seit etwa 3 Stunden im ganzen Botanischen Garten am herumwandern war, hatte ich dann auch genug. Auf dem Rückweg schaute ich mir aber noch die Kakteen und den Schweizer Brunnen an. Auf einem Baum entdeckte ich dann noch ein Eichhörnchen, welches ich dann für eine ganze Zeit beobachtete. Der Hunger führte mich dann aber bald zum Foodcourt beim Haupteingang zurück. Dort bestellte ich mir frittierte Dumplings, gefuellte Teig-Täschchen.

Etwa um 14h wollte ich dann mit dem Bus ins Stadtzentrum zurück. Da ich aber nicht wirklich aufpasste, erwischte ich den falschen Bus und kam zum Holland Village. Da ich dort mit Audrey und Sam so schöne Tischtücher gesehen hatte, dachte ich, ich möchte nun erfahren, wie viel jene kosten. Alle die mal bei mir in Oerlikon waren, hatten wahrscheinlich die blauen Tischtücher mit weissem Blumenaufdruck gesehen. Diese gehörten (wie die Wohnung) Irene und gefielen mir so gut. Genau solche gab es jetzt eben hier in einem Laden. Die grossen waren 25$ und die kleinen waren 15$. Ich hoffte auf einen Rabatt, wenn ich 2 grosse und ein kleines kaufte, aber da der Verkäufer dies nicht gewähren wollte, entschied ich mich gegen einen Kauf.

Mit dem nun richtigen Bus fand ich dann meinen Weg zur Orchard Road, also der berühmten Shopping-Meile. Da ich aber kein (sinnloses) Geld ausgeben wollte, wollte ich nicht unbedingt dort bleiben. Am schlausten wäre es wohl gewesen, nach Hause zu gehen, da es mittlerweile bereits nach 16.30 Uhr und somit kurz vor dem Feierabendverkehr war. Dazu hatte ich aber keine Lust, weshalb ich den MRT-Zug zu Little India nahm, dem Stadtteil, wo halt eben all die Inder leben. Dort hat es unzählige kleine Läden mit Gold-Schmuck, diversen Stoffen, Souvenirs, indischen Lebensmittel, Antiquitäten und vielen anderen Dingen. Ich schlenderte ein wenig umher, aber da überall mehr oder weniger das Gleiche angeboten wurde, beschloss ich um 17.30 Uhr nach Hause zu gehen.

In der MRT war es zwar recht vollgestopft, aer zumindest musste ich danach nicht allzu lange auf den Bus warten. Zu Hause gab es dann Krevetten- und Fisch-Nudeln, was einmal mehr köstlich war. Danach verbrachte ich den Rest des Abends vor dem Computer und kurz nach 0.30 ging ich schlafen.

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