
Schulbesuch, Timah Nature Reserve und Night Safari (31.7.08)
An jenem Morgen stand ich um 8h auf. Nach dem Frühstück packte ich ein wenig und schaute dann eine Sendung über einen Reporter, welcher bei den Aborigines lebte. Er lernte dort verschiedene traditionelle Tänze, welche er dann vor der ganzen Community vorzeigte. Dies ist ja ganz bestimmt ein einmaliges Erlebnis!
Ich machte mich um 10.30 Uhr aber auch auf zu einem einmaligen Erlebnis und zwar zu einem Schulbesuch bei der Klasse 4a der Changkat Primary School. Dies ist die Klasse von Esther Seet, der Tochter einer der Line Dancing-Mittänzerinnen. Ich wurde eingeladen, die Vorträge der Schüler über Sehenswürdigkeiten von Singapore beizuwohnen, da jene eben ausländischen Touristen schmackhaft gemacht werden solen. Ich sollte nun beurteilen, ob ich ihr jeweiliges Quartier nach der Präsentation besuchen würde und konnte ihnen ebenfalls ein paar Tipps zu den Folien und der Vortragsart geben.
Bei der Sicherheitskontrolle am Eingang musste ich meine ID gegen einen Besucherausweis eintauschen und dann wartete ich im Sekretariat bis Esther kam. Sie kam dann mit einer Schülerin, welche sich nicht gut fühlte und nach Hause durfte. Ihre Gruppe hatte deshalb den Vortrag bereits gehalten, aber es gab noch 8 weitere. Die Klasse bestand aus 38 10-Jährigen Schülern und Schülerinnen. Sie hatten in 4er- oder 5er-Gruppen über eines der folgenden drei Quartiere eine Powerpoint-Präsentation vorbereitet: Chinatown, Little India resp. Kamplon Glam. Letzeres ist das musimische Viertel mit vielen Moscheen und so.
Die Powerpoint-Präsentationen waren recht unterschiedlich, aber für 10-Jährige doch nicht schlecht. Bei der ersten Gruppe waren die Texte zwar nur vom Internet auf recht überfüllte Folien kopiert worden und es waren sogar noch die Hyperlinks drinnen, aber andere hatten das Krürzen doch bereits entdeckt. Eine Gruppe machte sogar so etwas wie ein Gespräch untereinander als Rahmen-Programm für den Vortrag, was wirklich eine gute Idee war. Einige, vor allem Mädchen, konnte man leider fast nicht verstehen, aber zumindest zwei Knaben waren sehr gute Redner.
Die Zeiteinteilung hatten auch nicht alle im Griff, weshalb wir dann auch nicht mit allen Gruppen durchkamen. Drei mussten noch auf den nächsten Tag verschoben werden und eine Gruppe musste um 13.15 Uhr abgebrochen werden, da sonst alle Schüler den Bus verpasst hätten. Die 2 Stunden gingen auf jeden Fall sehr schnell vorbei und ich war gerührt von den so herzigen Kids. Ich wurde überhäuft von kleineren und grösseren Geschenken und hatte bei einigen sogar die Ehre, eine Unterschrift abzugeben.
Jemand schrieb mir sogar einen persönlichen Brief, welcher mich aber ein wenig schockierte. Das Mädchen schrieb unter anderem, dass sie es schade fand, dass die Europäer normalerweise auf die Asiaten niederblickten und sie sogar ev. ein wenig hassten. Zu den Schweizern schrieb sie aber, dass ihre Eltern meinten, wir seien ok!... Es war also recht krass, dies von einer 10-Jährigen zu lesen, aber ich versicherte ihr dann, dass wir Europäer die Asiaten nicht hassten. Sie wollte dann noch meine Email-Adress, um ein wenig über MSN zu kommunizieren und dagegen hatte ich natürlich nichts.
Das Ganze war ganz bestimmt ein einmaliges Erlebnis, welches sehr rührend war. Esther gab mir dann als Dankeschön auch noch eine Hand-Tasche mit der Aufschrift der Schule und zeigte mir noch ein wenig die Schule. Danach gingen wir zusammen Mittagessen und hatten nun natürlich genügend Gesprächsstoff. Ich sagte ihr, dass sie mich gerne mal in der Schweiz besuchen kommen könne und wir versprachen, in Kontakt zu bleiben.
Nachdem wir uns verabschiedet haben, machte ich mich auf den Weg zum Bukit Timah Nature Reserve. Ich wusste aus dem Reiseführer welchen Bus ich benötigte, aber es stand nichts von der Richtung und der Haltestelle. Ich fragte also den Busfahrer und der versprach mir, sein bestes zu geben, dass ich dorthin finde. Ich hatte zwar am Anfang so meine Zweifel, da er nicht wirklich zu wissen schien, wo genau dieser Park war, aber nach dem Studium meines Reiseführers (während dem fahren!...), liess er mich auf jeden Fall bei der richtigen Haltestelle raus und erklärte mir den Weg zum Eingang.
Ich hatte im Reiseführer gelesen, dass man hier wilde Makakken zu sehen bekam, was für mich eigentlich der einzige Grund war, hierher zu kommen. Um 15.30 Uhr betrat ich dann also den steilen Weg zum Gipfel und kam dort etwa 25min später an. Vor allem die vielen, sehr hohen Treppenstufen machten mir etwas zu schaffen, aber dies war ja zumindest ein gutes Training für mein Knie. Da ich noch immer keine Äffchen gesehen hatte, machte ich auf dem Rückweg einen Umweg, welcher dann noch ein paar Treppen mehr mit sich brachte, aber leider noch immer keine Makakken.

